Neue Studie zur Berliner Clubkultur
Umfassende Erhebung zur Lage der Berliner Clubs
Die Clubkultur prägt das internationale Image Berlins. Die Szene ist weiterhin stark nachgefragt, steht aber wirtschaftlich zunehmend unter Druck.
Erstmals seit 2019 liegt wieder eine umfassende Erhebung zur Lage der Berliner Clubs vor. Ihr zentraler Befund: Die Nachfrage ist ungebrochen, aber das Geschäftsmodell hat sich gedreht. Der Getränkeverkauf, der den Kulturbetrieb früher mitfinanziert hat, bricht weg. Was der Tresen nicht mehr einspielt, muss heute der Eintritt tragen.
Die wichtigsten Erkenntnisse der Befragung sind:
- Einnahmen: Eintrittsgelder machen inzwischen 59 % des Umsatzes aus, Getränke/Gastronomie nur noch 20 %. 2017 war es nahezu umgekehrt.
- Publikum: Die Menschen trinken weniger, bleiben kürzer und planen ihre Clubbesuche bewusster.
- Kosten: Besonders Personal, Betriebskosten, sinkende Kaufkraft sowie Mieten belasten die Clubs.
- Wirtschaftliche Lage: Obwohl die Nachfrage hoch ist, arbeiten nur noch 61 % mindestens kostendeckend; 39 % machen Verluste.
- Existenzrisiko: 95 % sehen ohne strukturelle Verbesserungen die langfristige Existenz vieler Clubs gefährdet; 23 % erwägen sogar, innerhalb eines Jahres aufzugeben.
- Raumproblem: Nur 8 % besitzen ihre Veranstaltungsstätte. Viele haben kurze Mietverträge und damit wenig Planungssicherheit.
- Reaktionen: Clubs erhöhen Preise, vermieten Räume stärker, verändern Programme und kooperieren zunehmend mit anderen Kreativwirtschaftsakteuren.
- Förderung: 74 % sind zunehmend auf öffentliche Mittel angewiesen, Fördermittel machen aber bislang nur 2 % der Umsatzstruktur aus.
Was die Berliner Clubkultur jetzt braucht
Die Studie benennt insgesamt 6 Handlungsfelder. Im Kern gibt es diese politischen Forderungen: